und so wird alles lebensnah. Morgens gibt es and der Schule immer ein Anthroposophie-Stunde, wo grundlegende Werke von Steiner – die ‚Theosophie’, die ‚Geheimwissenschaft’ – durchgearbeitet werden. Die Denktätigkeit am Morgen ist mir sehr kostbar geworden. Sie setzt sich nahtlos im Malen fort und langsam realisierte ich: Malen, Fantasiekräfte schulen und Denken sind eigentlich ein und dieselbe Aktivität.
Es geht bei allen Dreien immer um das Vollziehen der Beziehung zwischen den Dingen und dabei ist die Intensität, mit der man es tut, massgebend.
Ich erlebe die Ausbildung als Willensschulung, das eigene Selbst und die eigene Lebensaufgabe zu finden; weit mehr als nur eine Malschule.
Im 1. und 2. Jahr wird man durch viele Übungen geführt, die zwischen Malen aus der Wahrnehmung und Malen aus der Fantasie hin- und herpendeln. Es ist eine starke Struktur und man fühlt sich getragen. Julitta Krebs begleitet einen liebevoll, geradezu fürsorglich durch die Übungen aus der Wahrnehmung. Der Gang durch den Realismus geschieht im Zeichnen von Kristall, Pflanze, Tier und Mensch und im Malen von Stillleben in verschiedenen Techniken (Aquarell, Öl, Pastell). Immer wieder wird gefragt, “was sehe ich wirklich?“. Die Arbeiten werden ausführlich nachbesprochen.
Im 3. Jahr kopiert man einen ‚alten Meister’. Danach arbeitet man selbständiger in der Suche nach dem eigenen Stil, aber alles ist atmosphärisch zugespitzt um den Weg durch das eigene Nadelöhr zu finden. Für die Abschlussarbeiten wird ein Thema präzisiert.
Ich möchte Bilder malen, die mich und andere berühren, die keine Scheu vor dem Figurativen haben, die Abbild seelisch-geistiger Erlebnisse sein können. Vor einigen Jahren hätte ich mir dies nie zugetraut. Die NKS hat mich dahin geführt.
Ich gehe jeden Tag begeistert nach Hause.